Bewegung und Kultur II am 06.09.202

Der Tag hatte etwas von Heimat- und Sachunterricht, im positiven Sinne.
Wir haben uns zunächst auf bekannten Wegen (Grüß Gott Weg, Schachbaumwiesen und den Rittweg) in Richtung Bebenhausen aufgemacht. Am König-Karl-Stein (letzte, scharfe Kurve des Rittwegs vor Bebenhausen) gab es den ersten geschichtlichen Input, der so nicht geplant war. Aber der Blick auf Bebenhausen war einfach wie dafür gemacht und auch bei manchem Teilnehmer kamen Kindheitserinnerungen hervor. Mehrfach wurde erzählt, wie man als Kind mit Verwandten sonntags in die Sonne oder Feder gewandert ist und dort als Höhepunkt ein Bluna und einen Bierstängel bekommen hat.

Im weiteren Verlauf haben wir die Straße gequert und erstmal an der Kirnbach-Grillstelle eine Mittagsrast eingelegt.

Es war interessant, dass alles, was östlich von Bebenhausen liegt, eher unbekannt war. Klar, viele kennen das Kirnbachtal als schöne Radstrecke, aber die Wanderwege dort? Gut gestärkt ging es den Kirnberg hinauf, durchaus schweißtreibend und schnaufend.

Jetzt war Zeit für den „Kulturteil“, den Christine in routinierter Art und Weise vortrug. Der Olgahain wurde 1871 von König Karl zu Ehren seiner Frau Olga angelegt. Dabei handelt es sich um einen im Stil eines Landschaftsgarten angelegten kleinen Wäldchens mit verschlungenen Pfaden und Sitznischen. Durch die Geländeform, die moosbewachsenen Steine und Farne und mächtigen Buchen ist auch heute von der mystischen Atmosphäre noch etwas zu spüren. Leider geriet der Olgahain sehr schnell wieder in Vergessenheit und verwilderte. Erst 1977 wurde er im Zuge der 500 Jahr Feier der Universität Tübingen rekonstruiert und seit 2017 führt der geologische Lehrpfad mit 13 Schautafeln durch den Olgahain und macht die Besonderheiten erleb- und erfahrbar. Wir schlossen das Referat mit einem gemütlichen Teil ab und genossen Olgabrezeln und ein Schnäpsle.
Jetzt ging es abwärts nach Bebenhausen, um gleich wieder aufzusteigen zum Aussichtspunkt „Mörikeruh“. Von hier hat man einen einzigartigen Ausblick auf die Kloster- und Schlossanlage, während der Rest des Ortes nicht sichtbar ist. Weiter ging es zum „Geschlossenen Brunnen“ und über das Königswegle hoch nach Hagelloch, wo wir den Tag wunderbar auf der Terrasse vom Abseits ausklingen ließen.
Es war ein toller Tag im Schönbuch und wir freuen uns auf die nächste Wanderung.
Die Wanderwarte Christine und Alfred


